09.04.2020 10:12

Kundenterminals mit bargeldloser Bezahlfunktion

Interview mit Konstantin Gebel, Produktverantwortlicher bei AMCON

Da AMCON hardwareunabhängig unterwegs ist, hast Du als Produktverantwortlicher für Vorverkaufssysteme und Automaten immer wieder mit Hardware von unterschiedlichen Herstellern zu tun. Aktuell arbeiten wir in mehreren Projekten mit den Kundenterminals der Firma Pyramid Computer, die sich sowohl mobil als auch stationär einsetzen lassen. Wie zufrieden bist Du mit den Terminals und was können sie, was die herkömmlichen Automaten nicht können?

Die Kundenterminals von Pyramid grenzen sich schon in ihrem Erscheinungsbild sehr von klassischen Fahrscheinautomaten ab. Durch den schlanken Aufbau und die reduzierte Oberfläche wirken die Terminals wesentlich moderner. Der Einsatz eines so großen Bildschirms mit Touchfunktion ist in der deutschen ÖPNV-Landschaft noch nicht weit verbreitet. Auch die rein bargeldlose Bezahlfunktion hat aus technischer Sicht viele Vorteile. Die Automaten sind weniger störanfällig und unser UFHO-System muss keine zusätzliche Bargeld-Komponente ansteuern, was die Bearbeitung im Hintergrundsystem für die Verkehrsunternehmen vereinfacht. Schön ist auch, dass wir bei diesen Terminals nicht auf Drittanbieter angewiesen sind und das komplette System selbst in der Hand haben. Ich bin sehr zufrieden mit dem Produkt und auch die Zusammenarbeit mit Pyramid verläuft reibungslos. Wir stehen in einem ständigen Austausch und arbeiten daran, das Produkt immer besser zu machen und neue Features zu implementieren, die für Verkehrsunternehmen sinnvoll sind.

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Mit dem UFHO-System haben unsere Kunden viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten und können sich die einzelnen Module je nach Bedarf aussuchen und das Hintergrundsystem individuell zusammenstellen. Wie ist das mit den Kundenterminals? Welche Komponenten lassen sich anpassen? Kann der Kunde die Verkaufsoberflächen selbst ändern?

Wie mit einem klassischen Baukasten lassen sich die Kundenterminals nach eigenen Wünschen zusammenstellen. Sowohl die Hardware als auch die Software kann individuell konfiguriert werden. Bei der Wahl der Drucker kann sich der Kunde aus unterschiedlichen Herstellern, z. B. Epson, Nippon oder VoRi, einen Favoriten aussuchen. Auch die Papierrollenanzahl, und -Größe oder Breite kann individuell angepasst werden. Dazu kommen Funktionen, wie Papierabschnittsverfolgung über Barcodes. Für einen unserer Kunden haben wir von Pyramid kürzlich zwei Drucker einbauen lassen – einen mit hochwertigem Fahrscheinpapier für Tickets und einen mit neutralem Papier für Belege. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an weiteren Komponenten, die sich ändern lassen und je nach Einsatzbereich individuell konfiguriert werden. Dazu gehört die Auswahl der Farbe, eines Barcodescanners und/oder eTicketlesegeräts, aber auch die Wahl des passenden Zahlungsverkehrsterminals. Hier gibt es für Innen- und Außenbereiche unterschiedliche Möglichkeiten. Auch im Hinblick auf Vandalismus gefährdetere Außenbereiche. Als Zahlarten können mit den Providern auch Google-Pay und Apple-Pay zusätzlich zu Giro-Card und Kreditkarten freigegeben werden, da kontaktlose Leser zum Standard gehören. Mit dem Layouteditor im UFHO-Hintergrundsystem kann die Oberfläche des Automaten mit wenigen Klicks per Drag & Drop angepasst werden. Somit ist es für das Verkehrsunternehmen einfach, jederzeit zusätzliche Ticketsorten aufzunehmen, beispielsweise ein Sonderticket für bestimmte Volksfeste, das nur für einen begrenzten Zeitraum verfügbar ist.

Was können die Kundenterminals noch, außer Tickets verkaufen? Welche Maßnahmen sind denkbar, um den Fahrgästen weitere Funktionalitäten zu bieten und die klassischen Fahrscheinautomaten in ihrer bisherigen Form abzulösen?

Im Prinzip ist alles möglich und denkbar, was Fahrgäste heutzutage auch mit dem Smartphone machen können, als Ergänzung haben wir noch die Druckfunktion. Das Anzeigen von Umgebungskarten ist sinnvoll, um Start- und Zielhaltestelle auszuwählen und Fahrplanauskünfte zu erhalten. Dafür können auch Open-Street-Map oder Google-Maps eingebunden werden. Es wäre auch möglich, dass ein QR-Code eingeblendet wird, den der Fahrgast mit seinem Smartphone abscannen und sich die Routenbeschreibung direkt aufs Handy laden kann. Sofern auch die Zusammenarbeit mit anderen Verkehrsverbünden gewünscht ist, können weitere Tickets tarifgebietsübergreifend über das Kundenterminal, beispielsweise als Onlineticket, verkauft und direkt aufs Smartphone geladen werden. Gleiches gilt auch für die Zusammenarbeit mit Museen, Sehenswürdigkeiten oder anderen Attraktionen einer Stadt, von denen Tickets oder Kombitickets über das Kundenterminal verkauft werden können. Im Bus oder in der Bahn ist eine Perlschnuranzeige sinnvoll, die die nächsten Haltestellen anzeigt. Die Fläche kann zudem im Ruhemodus an Werbeträger verkauft werden und damit als zusätzliche Einnahmequelle für das Verkehrsunternehmen dienen. Auch Wettervorhersagen, Nachrichten oder sonstige Infos können mit den Fahrgästen geteilt werden. Durch die gezielte Gestaltung der Benutzerführung können sich die Fahrgäste – wie auf einem Smartphone auch – durch das Menü swipen, intuitiv ihre Fahrkarte kaufen oder sich über Fahrpläne informieren.

Mehr zu den unterschiedlichen Modellen, Komponenten und Einsatzmöglichkeiten finden Sie in unserem Produktblatt.

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